Liebe Schwestern und Brüder, liebe Leserinnen und Leser,



Der Adventskranz wurde von dem Hamburger Pfarrer Wichern für die Kinder, welche in seinem "Rauhen Haus" untergebracht waren, entworfen. Er war immer wieder von ihnen gefragt worden, wann denn endlich das Christfest da sei und hatte den Kranz mit Zweigen und bis zu vierundzwanzig Kerzen entwickelt. Später dann wurden Kränze mit vier Kerzen für die vier Sonntage im Advent gestaltet.

Das kann uns darauf aufmerksam machen, dass es in der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, in der Gestaltung der Adventszeit auch auf das Wesentliche ankommt: die Erwartung des Kommens des Sohnes Gottes, die Vorfreude auf die Geburt Jesu Christi. Dabei soll nicht das Kaufen von Süßigkeiten im Vordergrund stehen. Leider gibt es ja schon im September die ersten Lebkuchenartikel in den Supermärkten. "Advent ist im Dezember", so formulierte es vor einiger Zeit eine Aktion der Evangelischen Kirche in Deutschland, und die eventuell zur Adventszeit gehörenden letzten Tage des November waren dabei mit gemeint. So ist der Schmuck, welcher schon Mitte November am Leipziger Hauptbahnhof zu sehen ist, eine unangemessene Vorwegnahme eines wichtigen Zeitabschnittes und die ständige Berieselung mit vermeintlich besinnlichen Melodien in jedem Kaufhaus schon fast eine seelische Grausamkeit.

Christinnen und Christen dürfen und können sich mit ähnlicher Intensität wie das Kind dem Wesentlichen der Adventszeit widmen, indem sie sich an jedem Tag mit etwas Besinnung beschenken und sich Zeit nehmen, einen biblischen Text zu lesen und ein geistliches Musikstück zu hören. Die Viertelstunde am Beginn oder am Ende eines Tages kann zu einer inneren Ruhe führen, die eine große Hilfe ist, um den Alltag zu bewältigen. Je näher dann das Christfest kommt, desto schöner kann die Vorfreude sein. Gott macht uns zu Weihnachten das wunderbarste Geschenk, welches wir uns vorstellen können. Er kommt zu uns durch das Geschenk des Lebens, durch ein kleines Kind, das zu unserem Heiland und Retter wird. Am Beginn der Adventszeit haben wir das Anzünden der vier Kerzen noch vor uns und dürfen uns darauf ebenso freuen wie auf die Feier der Geburt des Gottessohnes Jesus Christus zu Weihnachten.

Mit vielen guten Wünschen für eine gesegnete Adventszeit und ein schönes Christfest grüße ich Sie und Euch, auch im Namen von Pfarrerin Arndt, Pfarrer Leistner, den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und den Kirchvorsteherinnen und Kirchvorstehern



Ihr Pfarrer Dr. Peter Amberg





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