Wir haben zum Tag des Offenen Denkmals am 10. September 2006 zusammen mit der Friedhofsverwaltung und der Versöhnungsgemeinde drei Denkmale angemeldet.
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Entstanden ab 1868, nach der
Eingemeindung von Gohlis, hat er sich mit einer Größe von ca. 5 ha zum
bedeutendsten kirchlichen Friedhof inmitten der Stadt entwickelt und ist ein außergewöhnliches
Zeugnis Leipziger Geschichte. Herausragend sind seine Anlage als Park mit mehreren sich kreuzenden und
parallel verlaufenden alten Platanenalleen
sowie weiteren interessanten Gehölzen.
Er wurde Ruhestätte für über 70.000 Bürger der Stadt Leipzig.
Darunter der erste Violinlehrer Richard Wagners, Robert Sipp, Karl
Christian Schlippe, Gutsbesitzer und Ortsrichter von Gohlis, die Gohliser
Industriellen mit deutschlandweiter Bedeutung Adolph Bleichert und
Wilhelm Pittler, der Architekt Karl William Zweck und der Kunstmaler Emio
Block, der Bildhauer und Maler Max Alfred Brumme, von dem die gesamte
bildkünstlerische und liturgische Ausstattung der gegenüberliegenden Versöhnungskirche
stammt, die Grafikerin Brigitte Krug, Nidda von Falkenstein, der
Ägyptologe Siegried Morenz und der berühmte Leipziger Zoodirektor
Ludwig Zukowski.
Die im Jahre 1888 im neoklassizistischen Stil errichtete Friedhofskapelle wurde
in den Jahren 1991 und 1993 sehr qualifiziert restauriert und gehört zu den
wertvollsten Zeugnissen gründerzeitlicher Friedhofsarchitektur in Leipzig.
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Fertiggestellt und geweiht 1932 als charakteristischer Bau der Klassischen Moderne, der Wohnanlage Krochsiedlung (1929 bis 1930, http://home.arcor.de/kristinasiebecke/arch-tour/orte/Leipzig/bauten/krochsiedlung.html ) zugedacht. Errichtet auf dem Gelände einer alten Gärtnerei; deswegen vermutlich auch der Bestand an großen alten Bäumen, u. a. einer Hänge-Ulme, einer die Kirche fast überragenden Hänge-Buche, einigen großen Blutbuchen und weiteren für Stadträume besonderen Bäume. Die Versöhnungskirche wurde von 1930 bis 1932 nach einem Entwurf des Architekten Hans Heinrich Grotjahn erbaut. Aufgrund der Gegebenheiten des Bauplatzes verzichtete man auf die im Kirchenbau übliche Orientierung (östliche Lage des Chores). Die Kirche erstreckt sich in Süd-Nord-Richtung. Sie entstand in bewusster Modernität als Stahlbetonskelettbau. Die Eingangsseite hat in ihrer Mitte ein als Kreuz gestaltetes farbig verglastes Fenster, unter dem sich ein Ehrenhof befindet. An der Nord-West-Seite steht der 43m hohe, durch Fensterbänder vertikal gegliederte und stadtbildprägende Turm. Die bild- und künstlerische Ausstattung schuf Max Alfred Brumme. Die Fenster entstanden nach Entwürfen von Odo Tattenpach und Curt Metze. Die Versöhnungskirche ist einer der wenigen, bedeutenden Kirchenbauten der klassischen Moderne Deutschlands. Das Bemühen um einen zeitgemäßen, architektonischen Ausdruck ist hier in der Verbindung von Funktionalität und Ästhetik überzeugend gelungen.
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1932 zeitgleich mit der neuerbauten Versöhnungskirche geweiht und in Dienst genommen. Entworfen vom damaligen Thomasorganisten Professor Günther Ramin, gilt sie als Orgel „auf dem Wege“ vom romantischen Klang zurück zu den silberhellen Klängen der Barockorgeln des 18. Jahrhunderts. Erbaut wurde sie von der Firma P. Furtwängler & Hammer in Hannover, deren Ruf weit über die Grenzen Deutschlands hinausreicht. Das besondere der Orgel besteht darin, dass wieder die Tonkanzellenlade (Schleiflade) zur Verwendung gelangt, die in sich die Vorteile der klassischen Blütezeit des Orgelbaus (Silbermann, Schnitger usw.) birgt, aber leichter bespielbar ist, weil die Pfeifen durch eine zuverlässige Elektro-Traktur angesprochen werden.Am 23. Januar 2005 nach notwendig umfangreicher und originalgetreuer Sanierung durch die Orgelwerkstatt Christian Scheffler aus Sieversdorf erneut festlich geweiht. Bei der Sanierung wurden nur hochwertige Materialien verwendet wie Eichenholz, Kupfer und Zinnlegierungen. Sie ist auch klanglich - eine der bedeutendsten Orgeln in Leipziger Kirchen.
Hintergrundinformation für unsere Anmeldungen:
Die Stiftung Denkmalschutz hat für den diesjährigen "Tag des Offenen Denkmlas"
am 10. September 2006 folgenden Schwerpunktgewählt:
Rasen, Rosen und Rabatten – Historische Gärten und Parks.
Und zu diesem Schwerpunkt hat sie folgende Anregungen gegeben:
Wem kommen sie bei dem Thema des diesjährigen Tages des offenen Denkmals nicht
in den Sinn: Weitläufige Schlossparks mit gepflegten Anpflanzungen und reichem
Blumenschmuck. Doch auch Villen, bürgerliche Wohnhäuser, Bauernhäuser und öffentliche
Bauten sind von Gärten umgeben. Historische Gärten und Parks bilden gemeinsam
die Kategorie der Gründenkmale. Auch sie gehören neben historischen Bauten und
Stätten zu unserem kulturellen Erbe und geben Auskunft über vergangene
Epochen. Damit sie langfristig erhalten werden können, bedürfen sie der
sorgsamen Pflege. Das Thema „Rasen, Rosen und Rabatten – Historische Gärten
und Parks“ umfasst einerseits das heutige Erscheinungsbild von historischen Gärten
und Parks, anderseits kann am Denkmaltag ihre gestalterische Entwicklung durch
die Jahrhunderte beleuchtet werden. An diesem Aktionstag haben Sie die Möglichkeit,
Besuchern sonst nicht geöffnete Schätze der Gartenkunst zu zeigen, ihre
Geschichte darzustellen und vielleicht altbekannte Parks und Gärten unter ganz
neuen Gesichtspunkten erfahrbar zu machen.
Der Garten in der Geschichte
Bereits in der Antike gab es Gärten, die die herrschaftlichen Villen räumlich
ergänzten und zum Teil als „Ausstellungshallen“ der Skulpturensammlungen
dienten. In der Renaissance waren die Architekten darauf bedacht, die
Gartenanlage in einem Rechteck mit vielen geometrischen Elementen anzulegen, ergänzt
von verwinkelten Wegen, die zu Grotten oder Wasserspielen führten. Im Barock
beherrschte die Symmetrie sowohl den Gesamtentwurf als auch den Zuschnitt der
einzelnen Pflanzen. Diese formale Strenge wurde im 18. Jahrhundert vom
Englischen Landschaftsgarten abgelöst. Für diesen sind locker angepflanzte Bäume
und weiträumige Rasenflächen mit vielen verschlungenen Wegen charakteristisch.
Die Gartenkunst des 19. Jahrhunderts macht die Mischung der Elemente und der
spielerische Umgang mit ihnen interessant. Im 20. Jahrhundert zeichnet sich die
Abkehr von aristokratischen Gärten der vergangenen Epochen ab, hin zu öffentlichen
Grünanlagen und Privatgärten. Ab den 50er Jahren beherrschte ein
wohlgepflegter Rasenteppich die Gartenanlage. Erst in jüngerer Zeit begann man
wieder damit, neue gartenarchitektonische Konzepte zu entwickeln und sich
gleichzeitig erneut mit historischen Gärten und Parks zu beschäftigen.
Das Schwerpunktthema am Tag des offenen Denkmals:
Folgende Anregungen können Ihnen helfen, das Thema „Rasen, Rosen und Rabatten
- Historische Gärten und Parks“ mit Ihrer Veranstaltung am Denkmaltag zu
verbinden:
© Deutsche Stiftung Denkmalschutz