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Im Jahre 2007 begeht Leipzig den 110. Jahrestag des 8. Evangelisch-Sozialen Kongresses, der am 10. und 11. Juni 1897 in Leipzig stattfand. Dies fällt mit dem 75. Jahrestag der Einweihung der Versöhnungskirche zusammen. Wir haben allen Grund zum Feiern.
Pfarrer D. Johannes Herz, seit 1915 Pfarrer der Versöhnungsgemeinde in Leipzig, der 1932 die Versöhnungskirche in Leipzig einweihte und bis 1954 an der Versöhnungskirche Pfarrer blieb, war ab 1923 Generalsekretär des ESK (Evangelisch-Sozialer Kongress) und ab 1932, also mit Beginn seines Pfarramtes in Leipzig, sein Präsident.
Der Evangelisch-Soziale Kongress (ESK) ist eine am 28. Mai 1890 von Theologen, Volkswirtschaftlern, Politikern, Juristen und anderen gegründete Vereinigung, die auf ihren jährlich stattfindenen Tagungen soziale Probleme vom Standpunkt der protestantischen Ethik aus erörtert.
Die Gründung des ESK fiel in das Jahr des Ablaufs des Sozialistengesetzes und des Rücktritts Otto von Bismarcks. Bedeutende Gründungsmitglieder und Initiatoren waren unter anderem Adolf Stoecker und Adolf von Harnack. So war der ESK zunächst auch geprägt von Stoeckers patriarchalischer Ablehnung der sozialistischen Bewegung und gegründet zur Eindämmung des wachsenden Einflusses der Sozialdemokratie. Auf seiner zweiten Tagung im Mai 1891 stellte der ESK sich in seinen Satzungen die Aufgabe "die sozialen Zustände unseres Volkes vorurteilslos zu untersuchen, sie an dem Maßstabe der sittlichen und religiösen Forderungen des Evangeliums zu messen und diese selbst für das heutige Wirtschaftsleben fruchtbar zu machen".
In den Anfangsjahren kam es insbesondere auch auf der Tagung 1894 in Frankfurt am Main zu Krisen des ESK aufgrund der sehr heterogenen Zusammensetzung und unterschiedlichen Zielen seiner Mitglieder. Dies führte 1896 zum Austritt Stoeckers und seiner Anhänger, die im folgenden Jahr eine eigene "kirchlich-soziale Konferenz" gründeten. Ebenfalls im Jahr 1896 sagte sich die Evangelische Arbeitervereinigungsbewegung vom ESK los.
Im Jahr 1933 hatte der Evangelisch-Soziale Kongress über 1000 Mitglieder.
Er gab die Druckschriften Evangelisch-Sozial (1904-1922 und 1924-1941) und Soziale Korrespondenz (seit 1927) heraus.
In der Zeit des Nationalsozialismus verlor der ESK an Bedeutung, obwohl er formal eigenständig blieb. Im sogenannten Kirchenkampf verhielt sich der ESK neutral. Nach 1945 gelang es nicht, die Arbeit des ESK wiederzubeleben bzw. fortzuführen.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelisch-sozialer_Kongress
Von und über D. Johannes Herz, einem der wichtigsten Pfarrer der Versöhungskirche, gibt es im Zusammenhang mit der evangelischen Sozialethik folgende wichtige Publikationen:
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Herz |
Johannes |
Evangelisch-sozialer Kongreß: Verhandlungen. Die Verhandlungen den 1.- 36. Evangelisch-sozialen Kongressen. Nach dem stenogr. Protokoll ... |
Berlin / Göttingen |
1890 - 1929 |
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Herz |
Johannes |
Adolf von Harnack und der Evangelisch-Soziale Kongreß |
Göttingen |
1930 |
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Herz |
Johannes |
Evangelisches Ringen um soziale Gemeinschaft. Fünfzig Jahre Evangelisch-Sozialer Kongreß 1890 - 1940 |
Leipzig |
1940 |
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Herz |
Johannes |
Der soziale Pfarrer. Über Georg Liebsters Lebensarbeit |
Göttingen |
1908 |
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Mleinek,
Klara: Die Eingliederung der Frau in das Berufsleben,
in: Die Verhandlungen des
35. evangelisch-sozialen Kongresses in Dresden am 29.-31. Mai 1928.
Nach den
Manuskripten und stenographischen Niederschriften
hrsg. von Generalsekretär
Pfarrer D. Johannes Herz. Göttingen 1928, S. 141 ff