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zu Werner Buschnakowski
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Kirchenmusik und bedeutende Kirchenmusiker Von Gisela Berger, Organistin und Kantorin an der Versöhnungskirche zu Leipzig-Gohlis seit 1971 und Prof. Dr. Dieter Michel Kirchenmusik von 1913 bis 1925 Auf Grund des starken Anwachsens der Friedenskirchgemeinde und der bereits erwähnten stürmischen Entwicklung des Stadtteiles Leipzig-Gohlis wurde am 1. Januar 1913 die Parochie Leipzig Gohlis-Nord ins leben gerufen und Pfarrer Lit. Gottfried Nauetann in sein filmt eingeführt. Jahrelang standen weder Kirche noch Pfarr- und Gemeindehaus zur Verfügung. Als Betsaal diente anfangs ein Schulsaal der "4. Höheren Bürgerschule" in der Halleschen Straße (heute Georg-Schumann-Straße) / Ecke Friedrich-Karl-Straße (heute Saßstraße). Zu größeren musikalischen Veranstaltungen war die Gemeinde (Gohlis-Nord in der Michaeliskirche am Nordplatz zu Gast. Organistenamt und Kantorenamt waren getrennt. Letzteres wurde von Lehrern versehen. Im Jahre 1913 wurde Max Schweichert als Organist eingestellt, der seinen Dienst bis Oktober 1917 ausübte. Danach blieb die Organistenstelle unbesetzt, das Amt wurde von verschiedenen Vertretern wahrgenommen, u. a. von Gustav Schröter, Karl-Friedrich Hehr und Theodor Railland. Im Jahre 192 bewarb sich Herbert Schulze um die vakante Kirchenmusikerstelle. Er gehört mit Werner Buschnakowski zu den namhaften Vertretern der Kirchenmusik an der Versöhnungsgemeinde.
Herbert Schulze, 1925 bis 1934 Herbert Schulze wurde am 17.8.1895 in Wilhelmshaven als Sohn des Ingenieurs Bernhard Schulze und seiner Ehefrau Erna geb. Ültzen geboren und ist im Rheinland auf-gewachsen [1]. Nach Absolvierung des königlichen Hohenzollerngymnasiums zu Düsseldorf und nach 4-jährigem Militärdienst von Januar 1915 bis November 1918 studierte er Musik, zunächst in Düsseldorf bei Hubert Flohr Klavier, Musikdirektor Mathieu Neumann Theorie und Organist Wassenhoven Orgel. Im Herbst 1921 setzte er sein Studium auf der Akademie für Tonkunst in München fort, wo er Schüler von Prof. L. F. Maien (Orgel), Joseph Pembaur (Meisterklasse für Klavier), L. Stadelmann (Cembalo) und Prof. Eberhard Schwickerath (Chorleitung) gewesen ist. Im Jahre 1923 erwarb er das Reifezeugnis für Orgel. Im Jahre 1924 trat er in das Institut für Kirchenmusik zu Leipzig ein, um bei Prof. D. Dr. h. c. K. Straube noch weiter Orgel zu studieren und um Praxis in der Leitung von Chor- und Orchesterwerken (Kantaten usw.) zu gewinnen. Außerdem setzte er dort das Studium des Klavierspiels bei Prof. C. A. Martienssen fort. An den Universitäten München und Leipzig hat er Vorlesungen zu Philosophie, Musik und Kunstgeschichte gehört. Vom 1.2.1925 bis zum 31.3.1934 war Herbert Schulze als Kantor und Organist der Versöhnungsgemeinde in Leipzig tätig. Mehrere Jahre war er Assistent am Institut für Kirchenmusik der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens (am Landeskonservatorium Leipzig) bei Prof. Martienssen (Klavier). Gleichzeitig konzertierte er als Klavier- und Orgelspieler und setzte sich für die Gedanken der Orgelbewegung ein. Seine Leistungen als Musiker und Chorleiter fanden hohe Anerkennung. So war bereits 1930 in der Neuen Leipziger Zeitung zu lesen: „Es ist angezeigt, auf eine zeitbewusste künstlerische Persönlichkeit in Leipzigs Mauern hinzuweisen, deren Auswirkungsmöglichkeit beschränkt und daher nur einem engen Kreis bekannt ist: auf den Gohliser Kantor Herbert Schulze". Zum 1.4.1934 wurde Herbert Schulze auf Betreiben Hugo Distlers als Lehrer für Orgel. Klavier und Cembalo an die Evangelische Schule für Volksmusik und die Berliner Kirchenmusikschule im Evangelischen Johannesstift zu Berlin-Spandau berufen. Da die hauptamtliche Stelle als Kirchenmusiker im Evang. Johannesstift mit dem Amt des Schulleiters verbunden war, musste seine Tätigkeit als Kirchenmusiker etwas in den Hintergrund treten. Er setzte aber die konzertierende Tätigkeit fort. Außerdem hatte er die Möglichkeit, seine Erkenntnisse auf dem Gebiet des Orgelbaus zunehmend zu verwirklichen. Als Konzertpianist setzte sich Herbert Schulze sowohl in Leipzig als auch in Berlin für die damals neue Musik ein: sein umfangreiches zeitgenössisches Repertoire umfasste neben Skrjabin u. a. Werke von Schönberg, Křenek, Hindemith und Strawinsky. Ein herausragendes Ereignis seiner Konzerttätigkeit als Organist stellte die Gesamtaufführung der „Kunst der Fuge" an der Engler-Orgel der Elisabeth-Kirche in Breslau dar, die er nach Kriegsende an der Spandauer Stiftsorgel mit großem Erfolg wiederholte. Herbert Schulze ist nicht nur als Künstler und Pädagoge hervorgetreten, sondern hat sich auch als Orgelarchitekt sehr große Verdienste erworben. Als Organist und Kantor der Versöhnungskirche Leipzig-Gohlis hatte er seine erste Orgeldisposition für diese Gemeinde entworfen. Herbert Schulze war mit dem Ergebnis des Orgelbaus in der Versöhnungskirche zu Leipzig-Gohlis nicht zufrieden [2]. In Berlin projektierte Schulze. zusammen mit dem Akustiker Dr. Karl Theodor Kühn, mit Gottfried Grote und dem Institut für Schwingungsforschung an der Technischen Universität eine Orgel für die Kirche des Johannesstifts, die 1939 von der Lübecker Werkstatt Kemper fertiggestellt wurde. In Fragen des Orgelbaus beeinflussten ihn vor allem die Erfahrung und Sachkenntnis von Tiemann (Fa. Hammer, Hannover), E. Thienhaus, F. Högner, P Rubardt. C. Elis und die Ideen der „Orgelbewegung", H. H. ]ahn, E. K. Rossler u. a. Im Jahre 1946 wurde er Sachverständiger in der Kirchlichen Zentralstelle für Orgelbau und im Jahre 1947 erschien seine grundlegende theoretische Arbeit „Eine neue Aufgabe für den Orgelbau unserer Zeit". Darin weist er die Notwendigkeit einer ungehinderten Windführung zur Erreichung eines unverfälschten natürlichen Orgelklangs nach. Er forderte die Einbeziehung sämtlicher Teiltöne in die Registerreihe zur Gewinnung neuer Klangfarbenbereiche, wie sie zur Darstellung neuer Musik nötig sei. Zwischen 1942 und 1978 entstanden in Zusammenarbeit mit Kühn 22 Orgelneubauten und -restaurationen nach Schulzes Plan. Seine Lehrtätigkeit an der Berliner Kirchenmusikschule in Spandau endete 1962; er war danach weiterhin als Privatlehrer tätig und widmete sich verstärkt der Projektierung und dem Bau von Orgeln. Im Jahre 1979 erschien der 1. Band seines zweibändig geplanten Werkes „Orgelprojekte 1942 - 1978. Ein Beitrag zur Kunst der Orgeldisposition und -mensuration"; unter Mitwirkung von Dr. Karl Theodor Kühn. Herbert Schulze verstarb am 18. Dezember 1985 im Alter von 90 Jahren. Literatur: [1] Dieser Darstellung liegen zu Grunde: der Lebenslauf von H. S. vom 22. September 1934 sowie biographische Angaben aus dem Buch: Gottfried Mathaei (Hrsg.), „Ich lasse mir meinen Traum nicht nehmen. Dem Künstler, Musikpädagogen und Orgelarchitekten zum 100. Geburtstag", Pape-Verlag Berlin, 1995, S. 1-3 [2] Herbert Schulze, Vortrag gehalten am 28.4.19G7 aus Anlass der Einweihung der Eule-Orgel in der Erlöser-Kirche Hamburg-Farmsen, Vortragstext: siehe Zitat [1], S. 36 Werner Buschnakowski, Kantor und Organist von 1934 bis 1985 Werner Buschnakowski wurde am 21. Januar 1910 als dritter Sohn des Lehrers Rudolf Buschnakowski in Rehsau, Kr. Angerburg/Ostpreussen, geboren [1]. Seine Schulausbildung erhielt er am Staatlichen Realgymnasium zu Insterburg, wohin sein Vater kurz nach seiner Geburt versetzt wurde, und an der Deutsch-Orden-Oberrealschule zu Wehlau, die er zu Ostern 1931 erfolgreich abschloss. Er siedelte darin nach Leipzig über, um am dortigen Kirchenmusikalischen Institut Kirchenmusik zu studieren. Bereits nach dreijähriger Studienzeit - anstatt der statutenmäßig vorgeschriebenen Mindestzeit von vier Jahren - wurde er hier auf Grund besonderer Leistungen zur hauptamtlichen Kirchenmusikerprüfung zugelassen, die er im Sommer 1934 mit dem Gasamtprädikat „gut" bestand. Noch als Studierendem wurde ihm ab April 1934, als Nachfolger des als Dozent an die Kirchenmusikschule zu Berlin-Spandau berufenen Organisten und Kantors Herbert Schulze, das Amt des Organisten an der Versöhnungskirche zu Leipzig-Gohlis übertragen. Seit 1937 versieht er daneben auch die Obliegenheiten des Kantors. Die kirchenmusikalische Tätigkeit Buschnakowskis begann bereits in frühen Jahren. Von seinem elften Lebensjahre an wurde er von den Organisten seiner Heimatstadt zu Vertretungsdiensten herangezogen. Mit vierzehn Jahren wurde er ständiger Vertreter des hauptamtlichen Organisten an der Lutherkirche zu Insterburg, Herrn Musikdirektor Schöne, der ihn öfters auch als Solist und Begleiter in seinen Konzerten beschäftigte. Daneben führte er als Obersekundaner und Primaner ein selbständiges Organistenamt an der evangelisch-lutherischen Kirche zu Karalene bei Insterburg. In Leipzig vertraute ihm sein Lehrer im Orgelspiel, Professor Högner, sehr bald Vertretungsdienste in seiner Eigenschaft als Organist an der Heilandskirche und später als Organist der Universitätskirche St. Pauli an. Nach seiner Berufung als Organist an der Versöhnungskirche zu Leipzig begann Buschnakowski, noch während der Vorbereitungen für seine hauptamtliche Kirchenmusikerprüfung, eine intensive Tätigkeit, „als deren besondere Aufgabe ich wegen der in der Versöhnungskirche vorhandenen, künstlerisch besonders hochwertigen Orgel die Einrichtung und Durchführung regelmäßiger kirchenmusikalischer Veranstaltungen ansah, deren Programmgestaltung durch die planmüßige Pflege klassischer Orgelmusik und insbesondere auch kirchlicher, instrumentaler und vokaler Kammermusik bestimmt wird - ein Gebiet, das innerhalb des sonst so vielgestaltigen kirchenmusikalischen Lebens unserer Stadt eine planmäßige Pflegestätte nicht besaß" [2]. Besondere Höhepunkte waren dabei die Gestaltung eines Buxtehude-Zyklus mit 12 Konzerten anlässlich des 300. Geburtsjahres des großen Lübecker Meisters Dietrich Buxtehude und die Darbietung eines Konzertzyklus mit allen Orgelwerken JohannSebastian Bachs. In der Zeit von September 1934 bis September 1938 wurden 14 Orgelmusiken von der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft Berlin aus der Versöhnungskirche übertragen. Leider unterbrach der 2. Weltkrieg die glänzend begonnene Entwicklung Buschnakowskis. Er wurde am 12.2.1940 zur Wehrmacht eingezogen. Vertreter im Kantoren- und Organistenamt waren zwischenzeitlich u. a. Friedrich Knoch, Georg Alfred Luding und Kantor Stephan. Nach Kriegsende befand sich Werner Buschnakowski noch bis 4.9.1949 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Mit einer Lähmung des Mittelfingers der rechten Hand kam er aus der Gefangenschaft zurück. Er trat seine Organistentätigkeit im Frühjahr 1950 wieder an. Es bedurfte größter Willensstärke, um die Hand wieder in den Dienst virtuosen Spiels zu zwingen. Er wandte sich auch dem Cembalo zu und spielte häufig zu den Motetten in der Thomaskirche und begleitete die Thomaner auf ihren Reisen. Herausragend im Leipziger Musikleben waren im Jahre 1952 seine Cembalo-Konzerte mit Bachs Goldberg-Variationen. 195 begründete er die Reihe „Barocke Kammermusik" der Bach-Händel-Zeit, die zu einem festen Bestandteil der Messe-Kulturprogramme wurde und die er dann oft in der Versöhnungskirche wiederholte. Führende Mitglieder des Gewandhausorchesters wirkten in diesen Abenden mit. Kritiker rühmten immer wieder seine hervorragenden Leistungen. Viele noch erhaltene Konzertprogramme zeugen von seinem umfangreichen und vielseitigen Wirken. Von 1952 bis 1953 war Werner Buschnakowski zusätzlich als Dozent an der Kirchenmusikschule Dresden tätig, 1953 bis 1958 als Lehrkraft an der Hochschule für Musik in Leipzig, 1959 bis 1961 am Konservatorium in Halle und in den Jahren 1961 bis 1971 am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Leipzig. Gesundheitliche Gründe zwangen ihn, sein Wirken einzuschränken. Seinen Dienst der Versöhnungskirchgemeinde beendete er im Jahre 1985. Werner Buschnakowski verstarb am 13.11.1995. Literatur: [1] Dieser Darstellung liegen der Lebenslauf von W. Buschnakowski vom 21. September 1937 sowie biographische Angaben aus seinem Nachlass zugrunde. [2] wörtlich entnommen aus [1]. Quelle: |
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Eine kleine Hörprobe von einer ganz anderen Aufnahme mit Leo Roth ,
Rudolf Wiebel , Werner Buschnakowski an der Orgel, dem Leipziger Synagogal-Chor,
dem Rundfunk-Sinfonie-Orchester Leipzig mit dem Dirigenten Werner Sander
Haschkiwenu (Laß uns niederlegen) (Quelle: Amazon.de)
Im Hinweisdienst Musik zu Johann Sebastian Bach außerdem gefundene historische Aufnahmen: