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Aus Anlass des Bachfestes in Leipzig
(7. Juni bis 17. Juni 2007)
findet in der Versöhnungskirche ein  Gottesdienst zu Ehren J. S. Bachs statt

Am 10. Juni 2007
In der Versöhnungskirche Leipzig-Gohlis, Ecke Viertelsweg / Franz-Mehring-Straße
Beginn: 9:30 Uhr

Zur Bereicherung des Bachfestes spielt Kantorin Gisela Berger

zu Beginn des Gottesdienstes auf der restaurierten Furtwängler & Hammer-Orgel von J. S. Bach den Choral

„Wer nur den lieben Gott lässt walten“

aus dem Kleinen Orgelbüchlein 
und am Ende des Gottesdienstes die

 Fantasie in g-Moll.

Von einem Kopisten wird die Fantasie in g-Moll als das hochberühmte Werk Bachs bezeichnet, als das harmonisch kühnste, das allerbeste Pedalstück. Sie wird mit Bachs Bewerbung um die Orgelstelle in St. Jakobi in Hamburg um 1720 in Verbindung gebracht. Das Improvisatorische dieser Form sei durch eine bewundernswerte Harmonie der Teile und motivische Geschlossenheit ersetzt. Noch in einem weiteren Punkt stehe die Fuge in g-Moll einzig da: in ihrer Harmonik. In einer Geschichte der Harmonik müsste die Orgel-Fantasie einen besonderen Platz bekommen, weil auskomponierte Strenge immer wieder von "kostbaren Spezereien der Dissonanzen Bachs" wie Wetterleuchten durchwoben ist. 

Pfarrer Mühlmann predigt zu Matthäi 9,35-38:

Die große Ernte

Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.

 

Johann Sebastian Bach (1685–1750) wirkte in Leipzig vor allem in den Stadtkirchen St. Nikolai, St. Thomas, der Peterskirche (der alten Peterskirche, Ecke Petersstraße/Schillerstraße), und der Neuen Kirche (Franziskanerkirche / Barfüßerkirche / Neue Kirche / Matthäikirche, im Krieg schwer beschädigt, nach dem Krieg abgerissen). In der Johanniskirche hat er vermutlich als Orgelsachverständiger gewirkt, aber nicht als Kantor.

Eine weitere authentische Stätte, an der Bach Orgel spielte, ist die Universitätskirche St. Pauli, die 1968 gesprengt wurde.

Eigens für diese Kirche komponierte er die Motette "Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf".

Die Versöhnungskirche besitzt von der Thomas-Kirche, der Nikolai-Kirche und von der Johanniskirche sowie der Universitätskirche Modelle, die Herr Lothar Poetzsch im Maßstab 1:100 erbaut hat.

Sie können vor oder nach dem Gottesdienst im Kirchenschiff betrachtet werden. 

Seit Christi Himmelfahrt hat die Universitätskirche zeichenhaft als Modell in der Versöhnungskirche eine würdige Heimat gefunden.

Die Predigt, die Pfarrer Mühlmann zu Christi Himmelfahrt über „Verlorene Kirchen – Merkzeichen für den Himmel“ am Beispiel der Universitätskirche hielt, können Sie sich hier (703 KB) als PDF-Datei herunterladen.

Ergänzendes zu "Bach in Leipzig":

Bachs Begräbnisstätte(n):

1536 wurde der Johannisfriedhof von Herzog Georg zur allgemeinen Begräbnisstätte der Stadt Leipzig bestimmt. Auch Bach wurde dort beigesetzt und zwar ohne Grabstein. Bei der Verlegung des Kirchhofes und Benutzung des alten als öffentlicher Platz wurde Bachs Grabstätte wie viele andere zerstört. Anlässlich des Kirchenneubaus, der 1894 begann, begann man nach Bachs Grab zu suchen. Es sollte verhindert werden. dass die Kirche darauf gebaut wird und es gänzlich verloren geht. Es gab eine ungefähre Lagebeschreibung, nach der Grabungen durchgeführt wurden. Die Gebeine verglich der Leipziger Anatom Wilhelm His mit Bildnissen von Bach und konnte so mit ziemlicher Sicherheit die sterblichen Überreste von Bach identifizieren. Diese wurden dann – wie auch die von Gellert – in der neuerbauten Johanniskirche beigesetzt. In Vorbereitung der Feierlichkeiten zu Bachs 200. Todestag wurden seine Gebeine 1949 in die Thomaskirche überführt.

Werke für Leipzig:

  1. Probestück für die Bewerbung um das Thomaskantorat: „Jesus nahm zu sich die Zwölfe“ BWV 22

In den ersten Leipziger Jahren gab es eine reiche Kantatenproduktion, um ein Repertoire zu haben. Diese Jahre werden auch. „Kantaten-Jahrgänge“ genannt, für jeden Sonntag des Kirchenjahres schuf er eine Kantate.

einzelne Kantaten: 

  1. „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ BWV 1
  2. „Ach Gott, vom Himmel, sieh darein“ BWV 2
  3. „O Ewigkeit, du Donnerwort“ BWV 20
  4. „Brich dem Hungrigen dein Brot“ BWV 39
  5. „Gelobet seist du, Jesu Christ“ BWV 91

 Motetten: 

  1. Weihnachtsoratorium
  2. Matthäus-Passion
  3. Johannes-Passion
In der Universitätskirche

hatte Bach die Verantwortung für bestimmte musikalische Ereignisse, so für den viermal jährlich (erster Weihnachts-, Oster- und Pfingstfeiertag, Reformationstag) stattfindenden „alten“ Gottesdienst.

Am 17.10.1772 wurde in der Universitätskirche die Trauerode auf das Ableben der Gemahlin Augusts des Starken aufgeführt. Der Text stammt von Gottsched.

„Laß, Fürstin, laß noch einen Strahl“  BWV 198

Die Ergänzungen beruhen auf Angaben des Bach-Archivs, wofür wir Frau Soehnel ganz herzlich danken.