Restaurierung der Versöhnungskirche: Wie geht es weiter mit dem Bau?von Prof. Dr. Dieter Michel und Pfarrer Dr. Sieghard MühlmannDas Baugerüst an der Ost- und Westfassade der Kirche und die mit Platten verschlossenen großen Kirchenfenster im Inneren deuten es an, worum es bei den gegenwärtigen Restaurierungsarbeiten geht. Es wird die Rekonstruktion der großen Fenster im Kirchenschiff durchgeführt. Gleichzeitig erfolgt die Sanierung der tragenden Stützen, die als Betonskelett an der Ost- und Westfassade den gesamten Kirchenbau ausbilden. Diese Arbeiten sind schon seit längerer Zeit dringend notwendig, aber sie konnten erst jetzt zum größeren Teil finanziell gesichert werden. Da andererseits ein Teil der Mittel kurzfristig nur bis Ende dieses Jahres bereit steht, gibt es trotz der längerfristigen Vorbereitung der Maßnahme insbesondere bei den Betonarbeiten eine große Eile. Die großen Glasfenster sollen bei der anstehenden Generalrestaurierung auch eine zusätzliche Schutzverglasung erhalten. In den letzten beiden Wochen sind zunächst die großen Glasfenster fachgerecht und sehr schonend ausgebaut worden. Denn die aus der Bauzeit vorhandenen originalen Fensterrahmen sind zum größten Teil noch recht gut erhalten und sollen nach entsprechender Restaurierung wieder verwendet werden. Damit sind gute Voraussetzungen für deren originalgetreue Sanierung gegeben. Viel schwieriger ist die Situation bei den Glasscheiben, die auch nach Möglichkeit wieder verwendet werden sollen. In der Ostseite ist nach dem gegenwärtigen Stand der Schadenserforschung noch ein größerer Teil der Originalscheiben vorhanden, aus dem man in recht befriedigender Weise auf den originalen Zustand schließen und den Ersatz der kaputten Teile vornehmen kann. An der Westseite sind im wesentlichen keine originalen Gläser mehr vorhanden, auch die Einteilung der Glasfelder ist bei der Reparatur der Fenster nach dem 2. Weltkrieg offensichtlich geändert worden. Natürlich sind wir den Pfarrern und Gemeindemitgliedern der damaligen Zeit sehr dankbar, dass ihnen in schweren Zeiten die Reparatur der Fenster gelungen ist. Darauf dürfen wir heute aufbauen. Die damals nicht zu vermeidenden Veränderungen des Originalzustandes in der Aufteilung der Glasfelder lassen sich an Hand von Schwarz-Weiß-Photos aus der Bauzeit belegen. Diese konnten in sehr aufwendiger Weise mittels moderner Rechenprogramme vom Glasfachmann so aufbereitet werden, dass man aus den Graustufen auf die Fensterstruktur zurückschließen kann. Aber es sind keine Farbphotos aus der Bauzeit vorhanden. Im Vergleich zur Ostseite hoffen wir trotzdem, den Originalzustand auch auf der Westseite weitgehend rekonstruieren zu können. Die fehlenden farbigen Scheiben müssen aus einer speziellen Glashütte im Schwarzwald bezogen werden. Dies ist sehr zeitaufwendig und kostspielig. Insgesamt ist für diesen tempobestimmenden Teil der Arbeiten eine Zeit von mindestens 16 Wochen angesetzt worden, so dass auch zur diesjährigen Advents- und Weihnachtszeit der jetzige provisorische Zustand bestehen bleiben muss. Da die mit Platten verschlossenen Fensteröffnungen aber eine viel bessere Wärmedämmung besitzen als die nun ausgebauten kaputten Fenster, ist das übliche Heizregime auch zur Winterszeit gesichert und damit eine volle Funktionsfähigkeit unserer Kirche gegeben. Nach der Fertigstellung der Betonteile, dem Ersatz der kaputten Bimssteine zwischen den Betonstützen (Verwendung von Bimsstein aus der Eifel, der dem ursprünglich verwendeten Material weitgehend entspricht) und dem Außenputz mit Spezialmörtel soll die Kirche dann wieder den hellen Originalfarbton erhalten, der bereits jetzt am Turm zu sehen ist. Es ist notwendig, an dieser Stelle daran zu erinnern, dass die jetzige Maßnahme Bestandteil eines sehr umfassend konzipierten Sanierungsprogramms ist, das im letzten Jahr die Orgelrestaurierung und die Dachinstandsetzung umfasste und im kommenden Jahr - hoffentlich - die Restaurierung des Kircheninneren und die Sanierung der Nord- und Südfassade einschliesst. Dies enthält auch die noch nicht realisierten Arbeiten im unteren Bereich des Turmes. Die Gemeinde ist angehalten, einen erheblichen Teil der benötigten Gelder als Eigenmittel aufbringen. Die benötigte Summe beläuft sich bei den laufenden Arbeiten um ca. 20000 Euro und bei den anstehenden Vorhaben für 2006/2007 nach den bisherigen Schätzungen auf mindestens 35 000 Euro. Wir bitten alle Gemeindemitglieder, die Bewohner in Gohlis - Nord und die Freunde unserer Versöhnungskirche um Spenden zur weiteren Unterstützung der originalgetreuen Sanierung der Versöhnungskirche. Wir sind optimistisch, dass uns die Vollendung dieser sehr wichtigen Aufgabe gelingen wird. Wir danken allen, die uns bisher so viel geholfen haben. Soli Deo Gloria! Prof. Dr. Dieter Michel und Pfarrer Dr. Sieghard Mühlmann Im Namen des Bauausschusses des Kirchenvorstandes und des Fördervereins Versöhnungskirche Leipzig-Gohlis e.V. |