Gemeindeleben - Gemeinde leben?



Versuch gelungen?

Von Matthias Rudolph
Was im Frühjahr mit einer Rüstzeit begann, im Sommer im Gemeindebrief und Internet stand, im Herbst in den Kreisen und im erweiterten Ausschuss für Gemeindeaufbau diskutiert wurde, hat nun in der Gemeindeversammlung zum Reformationstag seine Fortsetzung gefunden.

In vielen Kreisen unserer Gemeinde, wo sich - neben dem Gottesdienst - ein großer Teil des Gemeindelebens abspielt, wurde darüber gesprochen, wie Gemeindeleben aussehen kann, ja soll. Welches Leitbild ist das für uns zutreffende? Wo finden wir uns wieder?

Pinnwand (Ausschnitt) Den Vorschlag des erweiterten Ausschusses für Gemeindeaufbau folgend, wurde der Gottesdienst kurzerhand in das Dietrich-Bonhoeffer-Haus verlegt, was einen fast nahtlosen Übergang in das Gespräch ermöglichte. Moderiert von Prof. Stiehl wurden die Ergebnisse der Diskussionen in den Kreisen in die Versammlung getragen. Viel Raum nahm die ewig junge Frage des Verständnisses zwischen Jung und Alt ein. Wenn einer vom Anderen fordert, geht auf uns zu, macht ihr den ersten Schritt, bleiben beide allein. Doch hat das Gespräch gezeigt, dass wir gar nicht so weit voneinander entfernt sind. Egal ob Alt oder Jung, dick oder dünn, das Interesse aneinander ist da. Schade aber, dass die Junge Gemeinde sich von Frau Lehmann vertreten ließ.

Doch auch ganz konkrete Fragen sind aufgeworfen: Wie erleichtern wir es jungen Familien mit ihren Kindern unseren Gottesdienst zu besuchen? Sollten wir dafür eine Krabbelecke für die Kleinsten einrichten? Kann die Predigt kindgerechter sein? Verlieren wir darüber unsere Alten aus dem Blick? Wir haben 400 Gemeindemitglieder, die über 80 Jahre alt sind. Hier ist ganz konkrete Hilfe gefragt: Beim Besuchsdienst an Geburtstagen, in der Advents- und Osterzeit beim Austragen von Gestecken oder Blumengrüßen.

Im Gespräch wurde der Anspruch an uns selbst deutlich, als Christen Orientierung zu geben. Was sind die Werte, die uns wichtig sind? Wo und vor allem: Wie werden sie vermittelt? Und wer kann und soll dies leisten? Sind unsere Pfarrer vor allem Seelsorger oder zwingen sie die Umstände zu Verwaltungsfachleuten. Sie sind auch Religionslehrer, erreichen so viele Schüler, die sonst keinen Zugang zum christlichen Glauben hätten. Was ist die wesentliche Aufgabe unserer Pfarrer? Auch darauf müssen wir als Gemeinde eine Antwort finden.

Nicht nur Fragen bestimmten das Gespräch, auch ganz konkrete Vorschläge kamen auf den Tisch:


Pinnwand (Ausschnitt)Hinter Vorschlägen taucht natürlich immer die Frage nach der Umsetzung auf. Und die Bitte um Mitarbeit. Aber auch die Forderung um bessere Koordination der Arbeit der Ehrenamtlichen. Und könnten nicht so manche Arbeitskreise zusammengefasst werden? Gott sei Dank stehen viele ehrenamtliche Mitarbeiter im Berufsleben. Da ist Zeit kostbar.

Der Mittelalterkreis bietet z.B. an, das Tischabendmahl am Gründonnerstag und das Osterfrühstück am Ostersonntag zu übernehmen. Andere Angebote aus den Kreisen sind immer willkommen.

Die weitere Arbeit am Thema wird im erweiterten Ausschuss für Gemeindeaufbau stattfinden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Im Frühjahr 2006 treffen wir uns zu einer Rüste, um den Weg unserer Gemeinde weiter zu suchen.

Wir haben angefangen, sind auf dem Weg. Der ist noch weit. Kommen Sie mit!


Matthias Rudolph

Lesen Sie [hier] den ersten Beitrag zum Thema vom April 2005.

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