Warum Ehrenamt?


Warum...

... engagierst du dich so häufig in der Gemeinde? Warum tust du dir das an? Bringt das Vorteile? Diese oder ähnliche Fragen hat vielleicht mancher ehrenamtlich Tätige schon gehört. Mir gehen sie momentan nicht aus dem Kopf, denn im Zuge der anstehenden Reformen einschließlich der beschlossenen Stellenkürzungen werden in den nächsten Jahren die Gemeinden nur mit einer Vielzahl sehr aktiver ehrenamtlicher Mitarbeiter weiter in bestehender Qualität existieren können. Grund für uns, nachzufragen: Zwei unserer stets aktiven Mitstreiter aus verschiedenen Generationen waren auch schriftlich bereit, sich zum Thema zu äußern.
Hier ihre Meinungen:

Ehrenamt - ein steifes Wort

für Aufgaben, die ich freiwillig übernommen habe. Die Arbeit im Seniorenkreis, im Kirchenvorstand und im Besuchsdienst macht mir einfach Freude. Und das die Kirchenblättchen ausgetragen werden müssen, gehört zu den Aufgaben dazu. Weil ich nicht mehr berufstätig bin, kann ich mir meine Zeit entsprechend einteilen. Natürlich ist das Ehrenamt eine Belastung - manchmal müssen eigene Interessen oder Vorhaben hintenanstehen - aber es darf auf keinen Fall zur Last werden. Das würden alle merken du darunter leiden.

Hella Schmidt (KV-Mitglied)

Bin ich das ausgefallene Haar in der Suppe?

Oder reguliere ich gerade als rotes Blutkörperchen den Sauerstofftransport zum Gehirn? Und was hat das mit meinem Ehrenamt in der Versöhnungskirchgemeinde zu tun?

Mich leitet das Bild von der Gemeinde als einem Organismus. Paulus spricht im 1. Korintherbrief von einem Körper, dem Leib Christi. Das ist etwas durchweg Lebendiges und Ganzheitliches. Da gibt es viele einzelne Bausteine, Glieder genannt. Jedes hat seine Aufgabe und ist auf das andere angewiesen. Da kann nicht die Hand zum Fuß sagen: "Ich brauche dich nicht." Und das Bein kann nicht einfach sagen: "Ich bleibe mal eher passiv und halte mich zurück."

Wenn ich also ein lebendiges Glied am Körper der Gemeinde bin, habe ich auch eine Aufgabe. Und wenn ich nur ein Haar auf dem Kopf bin oder eine Pore in der Haut. Ich gehöre dazu, habe meinen Platz und meine Funktion. Nur wenn ich dies wahrnehme, annehme und bereit bin, mich meiner Aufgabe zu stellen, fühlt sich der ganze Körper gesund, kann er leben und hat Ausstrahlung. Deshalb ist für mich ehrenamtliches Engagement in der Gemeinde ganz selbstverständlich. Nicht zuletzt möchte ich mich selbst ja auch in "meiner Haut" wohl fühlen. Es hat eine ganze Weile gedauert um zu erkennen, wo ich mich an geeigneter Stelle einbringen, was ich zum Wohlbefinden des "Körpers" beitragen kann.

Natürlich gibt es auch die Tage, an denen mir das Bild im Spiegel nicht gefällt. Die "Haare" sind zerzaust, der "Mund" redet, was ich nicht gedacht habe und die "Hand" tut etwas, was ich gar nicht will. Aber als Teil dieses Körpers kann ich mich nicht herausnehmen und sagen: "Macht doch euer Ding alleene:"

Auffällig ist, dass mir das Spiegelbild auch an trüben Tagen zulacht. Dies muß wohl am Kopf liegen, denn der ist Christus.

Daniel Lommatzsch, (Mitglied im KV, Posaunenchor)



Beide Beiträge haben mich sehr ermutigt und mir auch bewusst gemacht, dass es notwendig ist, sich über diese Problematik, die wirkungsvollste Art und Weise ehrenamtlicher Tätigkeit im Hinblick auf die Zukunft unserer Gemeinde, auszutauschen, vielleicht manchmal auch nur "Luft abzulassen." Unsere Rüstzeit im April in Schönburg ist für mich solch eine Gelegenheit für den Austausch und die Ermutigung.

Haben Sie nicht auch Lust bekommen mitzutun?
Karin Gallin


Lesen Sie dazu auch "Vielfältiges Ehrenamt in der Versöhnungsgemeinde" von Martin Löser (September 2010)


zurück

Diese Seite ist Teil eines Framesets. Zum Navigieren klicken Sie bitte hier.