|
Spätestens seit dem Abschluss der Restaurierungsarbeiten im Kirchenschiff zum Osterfest 2009 ist allen bewusst geworden, wie einladend unsere Versöhnungskirche ist und welche innere Wärme und Hoffnung von ihr ausgehen kann. Die sehr anerkennende nationale und internationale Resonanz für diese langjährigen Bemühungen gibt uns den Mut, nun alles daran zusetzen, damit noch im Jahr 2010 mit der Restaurierung der sakralen Räume von Feierkirche, Brauthalle und Sakristei zusammen mit dem Aufgang zur Orgelempore begonnen werden kann. Wie bisher ist dies nicht nur eine Frage der korrekten Vorbereitung der denkmalpflegerischen Leistungen, sondern auch der Finanzierung. Um die große Bedeutung dieser Sanierungsarbeiten nochmals zu betonen, erscheint es sinnvoll, hier an die Gestaltungselemente zu erinnern, die für die Kirchgemeinde zur Bauzeit zentral waren. Eine besondere Bedeutung hatte die Gestaltung des Altarraumes, die den Versöhnungsgedanken sinnfällig zum Ausdruck bringen sollte. Schließlich setzte sich hier der Entwurf M. Alf Brummes durch, der eine stehende Christusstatue auf einer Konsole und die reliefartigen Darstellungen des "verlorenen Sohnes" und des "barmherzigen Samariters" in der Art einer Altarpredella vorsahen. Ein zweiter wichtiger Gestaltungsschwerpunkt war die Orgel. Die Anordnung der Orgelempore neben dem Altarplatz ist auch heute noch als eine Besonderheit zu würdigen. Auf die Orgel nach der Disposition von Günther Ramin, dem späteren Leipziger Thomaskantor, in der schöpferischen Auseinandersetzung mit dem damaligen Kantor Herbert Schulze dürfen wir auch heute noch stolz sein. Ein dritter Gestaltungsschwerpunkt war schließlich die Feierkirche, der intime Sakralraum für liturgische Feiern im kleinen Rahmen wie Taufen, Trauungen und Abendmahlsfeiern. Zusammen mit der Brauthalle und der Sakristei wird ihre Restaurierung viele neue Möglichkeiten für die Gemeindearbeit eröffnen. In diesem Sinne lassen Sie uns zunächst auf die genannten Aufgaben konzentrieren. So bitten wir Sie alle um Ihre finanzielle Unterstützung und danken allen denen herzlich, die bisher dieses große Werk helfend begleitet haben. Es steht auch weiterhin noch eine Reihe von Maßnahmen auf der Warteliste, die später mutig anzupacken sind. Übrigens: mit der Veröffentlichung des Buches "Die Versöhnungskirche in Leipzig-Gohlis - Geschichte und Gegenwart eines sakralen Bauwerkes der klassischen Moderne", herausgegeben im Auftrag des Fördervereins und des Kirchenvorstandes, ist diese Kunde in sehr guter Qualität der Darstellung auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Wir laden Sie herzlich ein, dieses Buch zu erwerben. Auch damit unterstützen Sie die weitere Sanierung. Prof. Dr. Dieter Michel, Bauausschuss Leipzig, den 18. Juni 2010 |