Was haben wir da erlebt? Das Gemeindefest unserer Gemeinde, der Versöhnungsgemeinde? Die Feier des 85. Geburtstag unseres Missionskreises (übrigens der mit Abstand älteste Kreis unserer Gemeinde)? Oder das in unsere Kirche verlegte Fest zum 150 jährigen Bestehen des Leipziger Missionshauses? Oder sogar 300 Jahre Lutherische Weltmission? Vor dem Tag war ich skeptisch, was wir wohl erleben dürfen. Danach kann ich die Frage immer noch nicht ganz beantworten, der Tag hatte von Allem etwas: Feier, Fest, Mission - auf diese Formel lässt es sich vielleicht bringen.
Wir haben Gottesdienst gefeiert, gemeinsam mit unseren Gästen aus Tansania, Indien, Papua-Neuguinea und Südafrika. Schon der Beginn war ungewöhnlich: Unsere Pfarrer zogen gemeinsam mit den Pfarrern und Mitarbeitern des Leipziger Missionswerks, unseren Gästen und einer Schar Kinder singend in die Kirche ein, stellten sich als bunte, fröhliche Gruppe vor dem Altar auf und sangen zum Lobe des Herrn. Auch die Predigt war anders als sonst. Frauen aus Tansania, Indien und Papua-Neuguinea berichteten in direkten und unmittelbar berührenden Worten von ihren persönlichen Glaubenserfahrungen in Bezug auf das Gleichnis vom verlorenen Sohn, welches von unserer jungen Gemeinde dargestellt wurde.
Mission bedeutet den christlichen Glauben hinaus in die Welt zu tragen. Und so zog die Gemeinde zum Abschluss des Gottesdienstes aus der Kirche hinaus auf den Vorplatz und sang da das Abschlusslied. Ein großer Tag hatte seinen guten Anfang gefunden!
Ich möchte hier nicht mit dem Aufzählen der - im Übrigen großartig vorbereiteten Aktivitäten und gemeinsamen Mahlzeiten - langweilen. Wer dabei war, wird sich sicher mit Freude daran erinnern. Doch danken möchte ich für die vielfältigen Möglichkeiten sich zu informieren:
über die unterschiedlichen Arten und Aspekte der praktischen Missionsarbeit, gezeigt in Filmen aus der Heimat unserer Gäste und in Vorträgen der Leipziger Missionswerker
über das - schwierige und oftmals gefährdete - Leben als Christ unter Menschen anderen Glaubens
über die Frage "Ist Mission intolerant?" (im Vortrag von Dr. Christof Sauer, Privatdozent für Religionswissenschaften an der Uni Kapstadt)
über das Leben als Missionar im Podiumsgespräch des Leipziger Missionskreis "Mission heute"
Danken möchte ich all jenen, die mit unglaublich viel Engagement und Geduld diesen Tag ermöglicht haben: In der Vorbereitungsgruppe, als Salat- oder Kuchenproduzent, beim Austeilen derselben, bei der Kinderbetreuung, beim Aufbauen vor und Aufräumen nach dem Fest und nicht zuletzt mit äußerst unterhaltsamen Gesangseinlagen...
Was haben wir also erlebt? In erster Linie ein Fest. Und: Einen interessanten, informativen, nachdenklich aber auch Mut machenden Tag, der uns in Erinnerung ruft: Gott lässt seine Kinder nicht allein, ganz gleich wo sie seine frohe Botschaft verkünden. Wie wichtig für uns!
(Hinweis: Aus technischen Gründen fehlen die Innenaufnahmen, z.B. vom Gottesdienst oder vom Vortrag von Dr. Sauer. Sie werden jedoch ebenfalls hier eingestellt).