Geschichtliches aus der Versöhnungsgemeinde Leipzig

Zur Baugeschichte

Von Heiner Darre

Die Versöhnungskirche wurde von 1930 bis 1932 nach einem Entwurf des Architekten Hans Heinrich Grotjahn erbaut. Aufgrund der Gegebenheiten des Bauplatzes verzichtete man auf die im Kirchenbau übliche Orientierung (östliche Lage des Chores). Die Kirche erstreckt sich in Süd-Nord-Richtung. Sie entstand in bewusster Modernität als Stahlbetonskelettbau.

Zum Vergrößern bitte klickenDie Eingangsseite hat in ihrer Mitte ein als Kreuz gestaltetes farbig verglastes Fenster, unter dem sich ein Ehrenhof befindet. An der Nord-West-Seite steht der 43m hohe, durch Fensterbänder vertikal gegliederte Turm. Dem Eingangsbau, der eine Vorhalle, die Treppenhäuser und unterschiedlich nutzbare Räume enthält, schließt sich der Kirchsaal an. Das Innere besticht durch Weiträumigkeit und Monumentalität. Unser Altarraum mit neuem Lichtfenster - zum vergrößern bitte klicken Die Deckengestaltung des in der Mitte erhöhten Raumes vermittelt den Eindruck funktionaler Sachlichkeit. Erhellt wird das Kirchenschiff von farbigen, vertikal gegliederten Fenstern. Einschließlich der Empore bietet die Kirche 700 Sitzplätze.

Den Zielpunkt des Raumes bildet eine Nische, in der der blockförmige Altar steht. Darüber befindet sich eine Sandsteinplatte mit den Reliefs des verlorenen Sohnes und des barmherzigen Samariters.In der Mitte wird der Altar von einer monumentalen Christusstatue überragt. Die Kanzel ist in die linke Wand integriert, während die rechte Wand vor der Altarnische ihren Akzent durch das ornamentale Gitter der Orgelverkleidung erhält. Die Christusfigur von Brumme in neuem Licht - zum vergrößern bitte klickenUnterhalb der anschließenden Orgelempore liegt die Feierkirche, ein vom Schiff aus zugänglicher kleiner Gottesdienstraum, der für Andachten, Trauungen oder Taufen gedacht ist. Szenisch gestaltete Fenster geben dem Raum sein Gepräge.

Die bildkünstlerische Ausstattung schuf der Bildhauer Alfred Brumme. Die Fenster entstanden nach Entwürfen von Odo Tattenpach und Curt Metze.

Das Kreuzfenster im Eingangsbereich wurde vom Leipziger Künstler Matthias Klemm gestaltet.
(Näheres zu Matthias Klemm unter www.matthias-klemm.com.)

Die Versöhnungskirche ist einer der wenigen, bedeutenden Kirchenbauten der klassischen Moderne Deutschlands. Das Bemühen um einen zeitgemäßen, architektonischen Ausdruck ist hier in der Verbindung von Funktionalität und Ästhetik überzeugend gelungen.

Das Kreuzfenster vom Kirchenschiff aus gesehen - Zum Vergrößern bitte klickenIn einer damals erschienenen Veröffentlichung wurde diese Kirche als "Ein moderner evangelischer Kirchenbau" in herausragender Weise gewürdigt.

Dieser schöne Kirchenbau ist auch ein Sinnbild sehr interessanter städtebaulicher Entwicklungen in Leipzig, die so hoffnungsvoll mit dem Bau der Leipziger Krochsiedlung begonnen hatten. Damit ist die Versöhnungskirche zurecht das Identitätszeugnis von Leipzig-Gohlis.


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